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Tätowierte Papageienbuntbarsche aus Hongkong.

Malträtierte Aquarienfische aus Asien
Mit einem Farbstoff-Laser werden in Asien immer häufiger Fische tätowiert und gelangen vereinzelt nach Europa.

Tätowierte Fische sind in Asien ein Verkaufsschlager. Als schwimmende Schaufensterdekoration mit tätowiertem Firmenlogo fristen sie ein ebenso tristes wie auch kurzes Leben. Eine Firma aus Hongkong bietet diese fragwürdige Dienstleistung an. Die tropischen Fische erhalten je nach Kundenwunsch unterschiedliche Muster oder Worte mit einem Laser auf die Haut appliziert.

Lebende Reklamesäulen
Die Kundschaft kann unter verschiedenen Fischarten auswählen. Nebst weissen Malawibuntbarschen, Mollys und Guramis werden vor allem farblos gezüchtete oder eingefärbte Papageien Buntbarsche verunstaltet. Ein Fisch kostet rund 100 Hongkong Dollar. Beliebte Sujets sind chinesische Neujahrswünsche oder Sprüche und Liebesbeteuerungen. Sonderanfertigungen müssen zwei Wochen im Voraus bestellt werden. Viele Asiaten kauften solche Fische als Geschenke für Freunde und Verwandte. Brisantes detail dabei: Manche der Beschenkten besitzen nicht einmal ein Aquarium.

Üble Geschäftemacher?
Der Geschäftsführer des Unternehmens sagte gegenüber der chinesischen Zeitung «Ming Pao Daily News», dass seine Tiere mit einem Farbstoff durch einen speziellen Laserstrahl mit geringer Intensität tätowiert werden. Er behauptet, das die Tätowierungen im Gegensatz zu anderen Formen von gefärbten Fische bestand haben und seine Fische keine Schmerzen empfinden.

Bedenken des Tier-Missbrauches hat die Herstellerfirma keine. Sie verweist auf die moderne Technologie und dass die Sterblichkeit der behandelten Fische bei Null liegt. Die Fische bluten auch gar nicht, meint der Geschäftsführer gegenüber «Ming Pao».

Herstellungsmethoden
Wie die Fische genau eingefärbt werden, scheint angeblich nicht genau bekannt zu sein. Die Verursacher, wie auch die die Lieferanten geben keine präzisen Auskünfte zu den «Produktionsmethoden». Wie bei anderen ähnlich gelagerten Fällen wird ein grosses Geheimnis um die Sache gemacht. Gewisse Branchenexperten unterstützt die Geheimnistuerei, indem sie ebenso sybillinische Auskünfte erteilen. Einige derselben Geschäftsleute verurteilen die Praktiken, stellen dabei ethischen Grundsätze in den Vordergrund und unternehmen doch nichts dagegen.

Gefärbte Fische werden in Asien schon seit den 1980er Jahren angeboten. Damals wurden den Fischen mit Nadeln beispielsweise Acrylfarben in die Leibeshöhlen injiziert. Gerüchten zufolge sollte sogar Lippenstift zum Einfärben verwendet worden sein. Natürlich kennt man das aktuelle Tätowierverfahren. Heutzutage werden offenbar so genannte Farbstofflaser verwendet.

Farbstofflaser, sogenannte Dye-Laser, sind eine bewährte Technologie. Das Verfahren macht bei unterschiedlichen Anwendungsgebieten Furore. Zum Beispiel werden Fische für Forschungszwecke damit gekennzeichnet. Das Verfahren wurde bereits schon 1975 bei Welsen und später wiederholt in den 90er Jahren bei der Abteilung für Fischerei in Washington zur Beobachtung von wild lebenden Fischen eingesetzt. Darüber, ob eine diesbezügliche, geringfügige Markierung vertretbar ist, lässt sich diskutieren. Die Fische aus Asien erhalten jedenfalls eine grossflächige Behandlung, die einen massiven Eingriff darstellt.

Tierschutzaspekte
Das Einfärben der Fische ist generell zu verurteilen. Die Praxis ist grausam und völlig unnötig. Die Haut der Fische ist ein überaus empfindliches Organ. Nebst den Seitenlinien und einer schützende Schleimschicht können sich sensible Geschmacksknospen darauf befinden. Die durch das Tätowieren verursachten Verletzungen führen zu Infektionen mit unkalkulierbarem Risiko. Die herbeigeführten Einschränkungen in der Tierkommunikation führen ebenso zu unnötigem Stress, da die innerartliche Verständigung mit Farbsignalen erschwert beziehungsweise verunmöglicht wird. Zudem ist davon auszugehen, dass die Behandlung überaus schmerzhaft ist. Nicht einmal von einer Schädigung der empfindlichen Maulregion nehmen die Peiniger Abstand.

Der Weg nach Europa
In England wurden tätowierte Fische bereits wiederholt eingeführt. Eine Nachfrage bei der Defra, Department for Environment, Food and Rural Affairs, in London ergab, dass es momentan noch keine Bestrebungen gibt, die Einführung und den Verkauf von gefärbten Fischen zu verbieten. Dies wird durch eine angebliche Gesetzeslücke begünstigt, obschon die Tätowierung von Fischen an und für sich als Verstümmelung anzusehen ist und im Grunde der Dinge rechtswidrig wäre.

In Deutschland tauchten die tätowierten Fische ebenfalls schon auf. Ein Zoofachhändler aus Baden-Würtenberg hatte sie im Angebot.

Der Handel von tätowierten Fischen konnte bis anhin in der Schweiz noch nicht registriert werden – wäre aber vermutlich nicht verboten. Trotzdem könnte der Versuch unternommen werden, eine etwaige Einfuhr beim Kantonalen Veterinäramt zu melden. Auf jeden Fall sollte man aber den Verkäufer auf die Sachlage hin ansprechen.